Warum Banker die besseren Testamentsvollstrecker sind

Als Vermögensberater betreut Andreas Mankel seine Mandanten in allen Lebensphasen. Auch über den Tod hinaus bietet er seine Dienste an und weiß, worauf es bei der Erbschaft ankommt.

Herr Mankel, Sie beraten Menschen in allen finanziellen Lebenslagen — auch über den Tod hinaus. Wie sind Sie dazu gekommen?

In meiner Ausbildung als Bankkaufmann habe ich mich schon früh dazu entschieden, Generalist für den Kunden zu sein. Damals merkte ich, dass das Finanzwesen sehr vielfältig und kompliziert ist und die Menschen einen Ansprechpartner suchen, der sie als eine Art Lotse oder Scout durch dieses Dickicht führt. Durch die Bestätigung der Kunden ist dann die Idee entstanden, dass ich das, was ich zu Lebzeiten für sie mache, auch nach dem Tod für sie tun kann und will. Dadurch kam ich darauf, mich zum Testamentsvollstrecker fortbilden zu lassen.

Was versteht man unter einem Testamentsvollstrecker?

Im Grunde ist das vergleichbar mit einer Vermögensverwaltung. Ein Kunde gibt einem also das Mandat, alles zum Thema Vermögen für ihn zu machen und ihm von Zeit zu Zeit zu berichten. Die Testamentsvollstreckung denkt diese Vermögensverwaltung einfach über den Tod hinaus, was die Erben zunächst stören kann: Wenn der Erblasser, also der Verstorbene, einen Testamentsvollstrecker benannt hat, kann man nicht frei über das Erbe verfügen. Die Erben müssen dann damit leben, dass es einen Testamentsvollstrecker gibt.

Ist das für die Erben anfangs ein Schock?

Wenn die Eltern oder die Erblasser nicht darüber informiert haben, auf jeden Fall. Die Denke ist ja „Die sterben und ich bekomme das Ganze“. Wenn man allein erbt, ist das ohnehin der Fall. Aber auch wenn man als Geschwister erbt und zum Beispiel denkt, dass alles einfach durch drei geteilt wird und gut ist. Es ist sinnvoll — und das machen verantwortliche Eltern auch — früh im Familienrat darüber zu sprechen. Ich empfehle immer, sich mal ein Wochenende Zeit zu nehmen und den Kindern zu erklären, wie kompliziert das alles ist und warum es sinnvoll ist, den Verwalter schon zu Lebzeiten einzubeziehen. Und selbst wenn die Kinder noch Verständnis dafür haben, sind es manchmal deren Partner, die verständnislos reagieren. Das ist eine Wundertüte.

Ein Todesfall ist meistens eine emotionale Ausnahmesituation. Wie haben Sie gelernt, damit umzugehen?

Auf so eine Situation kann man sich nicht wirklich vorbereiten. Man kann nur versuchen, die eigenen Erfahrungen — wenn man selbst ein Elternteil verloren oder Menschen bei solchen Prozessen begleitet hat — auf neue Situationen zu übertragen. Letztlich hängt das sehr vom Einzelnen ab.

Entscheider und Verwalter

Haben alle Menschen nach ihrem Tod automatisch einen Testamentsvollstrecker?

Nein, der Testamentsvollstrecker muss im Testament stehen. Die Menschen, die mich als Testamentsvollstrecker ausgewählt haben, haben meinen Namen in ihr Testament eingetragen. Wenn sie sterben, muss ich das Mandat annehmen. So werde ich der Vermögensverwalter. Das kann selbst dann der Fall sein, wenn ich vorher nichts mit der Vermögensverwaltung zu tun hatte und lediglich für die Testamentsvollstreckung beauftragt werde. Sollte ich dann auch nicht mehr leben, setzt das Amtsgericht einen Testamentsvollstrecker ein.

Treffen Sie die Entscheidungen, wenn Sie beauftragt wurden?

Bei der Testamentsvollstreckung gibt es viele Regeln zu beachten. Ich darf also nicht alles machen, was mir Spaß macht. Stattdessen bin ich unter Aufsicht des zuständigen Amtsgerichts, dem ich — genau wie den Erben — Bericht erstatten muss. Hinzu kommt, dass es für meine Entscheidungen eine Haftung gibt. Wenn ich also falsche Entscheidungen treffe, kann ich für finanziell entstandene Schäden haftbar gemacht werden.

Wie reagieren die Erben darauf, dass ein Außenstehender entscheidet?

Das hängt davon ab, ob man dem letzten Willen der Eltern zustimmt oder nicht. Viele sind dankbar, vor allem wenn sie ganz andere Berufe gelernt haben. Sie erkennen, dass sie selbst keine Aktienentscheidungen treffen oder kein Firmenvermögen aufteilen könnten.

Sind sie als Testamentsvollstrecker auch Vermittler zwischen den Parteien?

Ich werde schon öfter mal in Diskussionen einbezogen. Dann versuche ich als Moderator die jeweiligen Vorteile der einzelnen Positionen aufzuzeigen. Selbst wenn keine Einsicht entsteht, ist letztlich der Wille desjenigen entscheidend, der das Testament aufgesetzt hat. In einem kuriosen Fall klagten Kinder gegen ihre Eltern — und zwar schon während der Testamentserstellung. Das ist natürlich Unsinn, weil das Gericht sich überhaupt nicht für etwas interessiert, was noch nicht eingetreten ist. Bei manchen Fällen fragt man sich, wo das Herz bleibt — immerhin sind es Verwandte.

Was muss man können, um den Job als Testamentsvollstrecker auszuüben?

Es gibt keine formalen Voraussetzungen. Ich halte es aber für sinnvoll, dass Steuerberater oder Juristen zu Testamentsvollstreckern bestimmt werden, weil sie durch ihren beruflichen Hintergrund schon viele Fälle gesehen haben, die es ihnen erleichtern, diese Aufgabe zu übernehmen. Allerdings fehlt ihnen dann das, was mein Berufsstand mitbringt: Vermögensanlagen beurteilen zu können. Gerade in einer Phase mit stark schwankenden Börsenkursen ist es wichtig, nicht zu schnell das Vermögen aufzulösen und durch ein Kursloch zu vernichten, nur weil man Angst vor der Haftung hat. Das ist ein Reflex, den Vermögensberater haben könnten: „Bevor mich die Erben nachher wegen einer falschen Entscheidung verklagen, mache ich am Tag nach der Übernahme des Vermögens Tabula rasa und verkaufe alles.“ Das ist aber nicht im Sinne des Verstorbenen.

Was verdient man denn als Testamentsvollstrecker?

Das richtet sich nach der Honorarordnung der Steuerberater und Juristen. Sie ist, sagen wir mal, sehr auskömmlich. Als ich sie zum ersten Mal sah, war mir sofort klar, warum diese Aufgabe so beliebt ist — vorzugsweise natürlich für entsprechende Vermögen, bei denen die Honorare auch höher ausfallen. Kalkuliert man allerdings die teilweise lange Laufzeit, die Haftungsrisiken und den Aufwand ein, ist es eine faire Entlohnung. Für die Abwicklung braucht man beispielsweise ein kaufmännisch eingerichtetes Büro und muss eventuell noch die Erbenrecherche durchführen. Man muss nämlich ausschließen, dass es noch Pflichtteilserben gibt, von denen man noch nichts wusste. Je nachdem, in welcher Konstellation gestorben wird, löst das eine Menge Arbeit aus.

Wenn es ernst wird…

Wann sollte man sich denn mit dem eigenen Testament beschäftigen?

Wir sollten frühzeitig — also etwa mit Mitte 50 — darüber sprechen. Bis heute rede ich mir in dieser Hinsicht den Mund fusselig, weil man denkt, dass das früh sei. Der Tod hat sich noch nie verplanen lassen — er kommt, wenn er kommt. Das ist ja das Fatale. Ich bin jetzt selbst über 50 Jahre alt und muss mich hier an meine eigene Nase packen (lacht). Aber heute kann ich bejahen, dass ich mit meiner Frau einen Notfallplan habe. Wir haben das gedanklich durchgespielt, einen Testamentsvollstrecker benannt, den wir für fähig halten, und auch unsere Kinder einbezogen.

Und wann ist es sinnvoll, einen Testamentsvollstrecker zu benennen?

In zwei Fällen: Zum einen, wenn der Mandant keine Hinterbliebenen hat oder sein Vermögen einer gemeinnützigen Organisation hinterlassen will. Dann muss das Erbe erstmal vernünftig zu Geld gemacht werden. Zum anderen, wenn das Testament sehr aktiv mit den Kindern vorbereiten wird.

Wie gehe ich vor, wenn ich ein Testament aufsetzten möchte?

Es gibt sehr schöne Vorbereitungsmöglichkeiten, um das Thema systematisch anzugehen. Das ist sehr hilfreich. Aber man muss es dann auch tun! Zum Notar gehen, ein Notfallwochenende planen, alles schriftlich festhalten. Den Notfallkoffer (ein Ordner, in dem alle wichtigen Unterlagen für einen Notfall zusammengetragen werden: zum Beispiel die Patientenverfügung, die Vorsorgevollmacht oder das Testament, Anm. d. Red.) muss man auch füllen. Er wird nicht aktuell bleiben, schließlich erneuert er sich nicht digital. Deshalb sollte man von Zeit zu Zeit nochmal durchgehen und prüfen, ob alles aktuell ist.

Wie kann ich mich über meine Möglichkeiten informieren?

Das Schöne ist, dass man sich anonym informieren kann. Viele Volkshochschulen und Altenzentren bieten beispielsweise Vorträge an. Solche Referenten kann ich mir anhören, ohne gleich offenzulegen, wer ich bin und was mein Problem ist. Es gibt viele Veröffentlichungen, ob bei der Stiftung Warentest, von den Kirchen oder anderen Stellen. Der nächste Schritt ist dann oft, eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht auszufüllen.

Und wenn es dann konkret wird?

Wenn es an die eigentliche Erbschaftsregelung geht, sollte man das mit einem Notar besprechen. Alles andere ist oft fehlerbehaftet: Man weiß vielleicht nicht, dass ein Testament handschriftlich verfasst und unterschrieben sein muss, damit es überhaupt gültig ist. Oder die Ehepartner verfassen jeweils ein eigenes Testament, was zu Unklarheiten führen kann. Und sobald die Familien- oder Vermögensverhältnisse etwas komplizierter sind, macht man zwangsläufig Fehler — darum der Weg zum Notar. Hier in Nordrhein-Westfalen sind Notare beratende Notare. Das heißt, dass man sich bei einem Vorgespräch zunächst informieren kann. Anschließend kann man ein notariell erstelltes und verwahrtes Testament aufsetzten. Das ist die höchste Sicherheitsstufe, damit das Testament hinterher auch gefunden wird.

Was ist der größte Fehler, den man beim Erstellen eines Testaments machen kann?

Ich weiß nicht, ob es „den größten Fehler“ gibt. Vielleicht, wenn man zu sehr am Vermögen hängt. Sich frühzeitig vom Vermögen zu trennen, lässt einen leichter sterben als es bis zum letzten Augenblick festzuhalten. Ein anderer Fehler könnte sein, dass man zu gerecht vererben will. Das macht es wahnsinnig kompliziert. Ich bin immer noch froh über meinen Großvater, der sechs Kinder hatte und sein Vermögen nach Sinn und Fähigkeiten verteilt hat. Das war nicht jedem recht, aber es hat zumindest dazu geführt, dass es Frieden gab. Es gab keinen Streit unter den Erben. Ein weiterer „größter Fehler“ könnte sein, wenn man glaubt, dass irgendwie alles geregelt sein wird und man selbst nichts regelt. Es gibt immer noch Menschen, die sich sagen: „Ich mach’ nichts und nach mir die Sintflut.“ Diese Menschen beschwören die größten Konflikte herauf, auch wenn es die gesetzliche Erbfolge gibt. Das macht am Ende nur die Anwälte reich.

Aus Sicht der jungen Generation

Wenn ich mir als Vertreterin der Erbengeneration nicht sicher bin, ob meine Eltern alles Notwendige geregelt haben, zu welchem Vorgehen raten Sie mir?

Der Gesetzgeber hat eine gewaltige Veränderung hervorgerufen, die in diesem Fall hilfreich sein kann. Salopp ausgedrückt: Kinder haften für ihre Eltern. Vielen ist nicht bewusst, dass das Sozialgesetzbuch sich dahingehend geändert hat, dass die Kindergeneration für die Pflegekosten ihrer Eltern aufkommen muss, sollte deren Vermögen nicht ausreichen. Insofern hat man als Kind ein sehr gutes Argument, auf die Eltern zuzugehen und zu fragen, wie diese Dinge geregelt sind.

Heißt das, ich sollte mit meinen 32 Jahren das Thema nicht vertagen?

Ich rate gerade jungen Leuten, wenn sie beispielsweise ins Ausland gehen, vorher einige Dinge zu regeln. So hat die Familie im schlimmsten Fall oder wenn man mit einer schweren Krankheit zurückkommt neben den notwendigen Vollmachten auch die nötigen Anhaltspunkte, wie es weitergehen soll. Viele wissen nicht, dass auch Eltern für ein erwachsenes Kind keine Vollmacht mehr haben, ebenso wie Ehepartner gegenseitig nicht automatisch bevollmächtigt sind. Der Gesetzgeber hat diesbezüglich klare Vorstellungen, was ein Schutz für den Einzelnen sein soll, aber auch ein echtes Hindernis sein kann. Das geht schon bei der Auskunftsmöglichkeit auf der Intensivstation los.

Es gibt also eine gegenseitige Verantwortung?

Ich bin ein großer Fan von einer gesamtheitlichen Finanzplanung. Wird diese in allen Generation gemacht, merkt man schnell, wo die Verknüpfungen sind. Ein Rat, den ich gerne gebe: Erstelle einen Finanzplan und passe ihn lebensbegleitend an. Immer wenn sich etwas in meinem Leben ändert — Heirat, Kinder, Hausbau, Selbstständigkeit, Auslandsaufenthalte –, sollte ich diese Ereignisse als Anlass nehmen, den Finanzplan zu überprüfen. Dadurch werde ich nicht unbedingt zum Millionär, habe aber einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Vermögen und auch Frieden. Man kann zwar nicht alles vorhersehen, muss aber auch nicht bei null anfangen, wenn etwas Unvorhergesehenes eintritt.

Was ist für Sie das Schönste an dieser Tätigkeit?

Wenn die Menschen offen sind, mir vertrauen und mich an ihren Lebensplänen teilhaben lassen — auch in Krisen. Dieses partnerschaftliche Vertrauensverhältnis, das durch alle Zeiten Bestand hat, macht mich glücklich. Das ist dann nicht nur eine geschäftliche, sondern auch eine persönliche, fast schon freundschaftliche Beziehung. Es ist für mich das größte Glück, über mehrere Jahre hinweg als Lotse oder Scout zur Seite stehen zu können.


Bild: 7x7

Andreas Mankel ist gelernter Bankkaufmann und Bankbetriebswirt. Seit über 35 Jahren ist er in der Finanz- und Vermögensberatung beheimatet. 2006 begann der selbsternannte „Werte-Unternehmer“ mit dem Aufbau der 7x7-Unternehmensgruppe in Bonn. Diese entwickelt und realisiert alternative Konzepte und Projekte in den Bereichen Vorsorge und Vermögen, Investment und Geldanlage sowie erneuerbare Energie und Hilfsprojekte. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit dort hat er auch die Qualifikation zum Testamentsvollstrecker erworben.


Definitionen

Testamentsvollstrecker

Als Testamentsvollstrecker wird eine Person bezeichnet, die vom Erblasser (der Person, die etwas vererbt) ernannt wird, um das Erbe entsprechend der Wünsche und Vorstellungen des Erblassers treuhänderisch zu verwalten oder abzuwickeln. Im Gegensatz zum Nachlassverwalter muss der Testamentsvollstrecker überwachen und sicherstellen, dass der letzte Wille des Erblassers korrekt Durchgeführt wird.

Nachlassverwalter

Ein Nachlassverwalter überbrückt die Zeit zwischen dem Erbfall und der Annahme der Erbschaft. Diese sogenannte Nachlasspflegschaft kann notwendig sein, wenn manche Erben nicht auffindbar sind oder des Erbes an eine Erbengemeinschaft aufgeteilt werden muss. Eine Nachlasspflegschaft kann im Gegensatz zu einer Testamentsvollstreckung nur gerichtlich angeordnet werden.

Gesetzliche Erbfolge

Bei der gesetzlichen Erbfolge werden die potentiellen Erben nach einer festgelegten Hierarchie sortiert. In erster Linie geht es um Ordnungen im verwandtschaftlichen Verhältnis zum Erblasser. Die Ordnungen regeln die Erbfolge, wenn es kein Testament gibt:
1. Ordnung: leibliche oder adoptierte Kinder des Verstorbenen, Ehegatten
2. Ordnung: Eltern des Verstorbenen und deren Kinder
3. Ordnung: Oma und Opa des Verstorbenen und deren Kinder
4. Ordnung: Urgroßeltern des Verstorbenen und deren Kinder
Wenn der Verstorbene keine eigenen Abkömmlinge hat oder keine mehr leben, dann geht die Suche nach einem Erben in den nächsten Ordnungen weiter. Sollte es in einer Ordnung lebende Verwandte geben, schließen diese alle nachgelagerten Ordnungen aus. Innerhalb einer Ordnungsstufe kann es mehrere gleichrangige Erben geben.

Notfallkoffer

In einem Notfallkoffer, der einem Aktenordner gleicht, werden alle Dokumente gesammelt aufbewahrt, die in einem Notfall wichtig sind. Dazu zählen neben der Vorsorgevollmacht, der Patientenverfügung und der Betreuungsvollmacht auch ganz praktische Dinge wie der Schlüssel für Geschäftsräume, Zugangsdaten für Online-Portale, eine Übersicht über bestehende Verträge und Konten und was Angehörige oder Mitarbeiter im Falle eines Falles direkt griffbereit haben sollten. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Verbraucherzentralen listen auf, was in einen Notfallkoffer gehört.

Patientenverfügung

2009 ist das Patientenverfügungsgesetz in Kraft getreten. Es sieht die uneingeschränkte Verbindlichkeit einer Patientenverfügung vor. In ihr kann jeder Einzelne zusammenstellen, was im medizinischen Ernstfall für ihn getan und was gelassen werden soll. Dafür muss die Patientenverfügung sehr konkret formuliert sein, um später die individuelle Lebens- und Krankheitssituation treffend zu beschreiben. Bei der Erstellung hilft beispielsweise die Bundeszentrale Patientenverfügung.

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigt eine Person eine andere, im Falle einer Notsituation Aufgaben für den Vollmachtgeber zu erledigen. Durch die Vollmacht wird der Bevollmächtigte zum Vertreter im Willen; er entscheidet also an Stelle des nicht mehr entscheidungsfähigen Vollmachtgebers. Dieser kann die Vollmacht eingeschränkt erteilen; auch Vollmachten an mehrere Personen sind möglich. Um Überschneidungen zu vermeiden, ist juristische Hilfe ratsam. Eine Vorsorgevollmacht setzt unbedingtes und uneingeschränktes persönliches Vertrauen zum Bevollmächtigten voraus und sollte nicht leichtfertig erteilt werden. Formulare für Vollmachten sind online beispielsweise beim Bundesanzeiger-Verlag kostenlos erhältlich. Banken und Sparkassen müssen für Kontovollmachten separat kontaktiert werden.

Kathrin Ernsting (32) ist froh, dass ihre Eltern alles geregelt haben. In ihrer Verwandtschaft hat sie miterlebt, wie anspruchsvoll die Aufgabe als Nachlassverwalter sein kann, gerade wenn es kein Testament aber viele Erben gibt.

Dieser Artikel ist ein Bonustrack der gedruckten SHIFT-Ausgabe Vol. 5.


One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.